Dechaneigarten

Dechaneigarten am Dom in Havelberg mit Blick über die Stadt

Hinter dem Dom liegt der Dechaneigarten der evangelischen Kirchengemeinde Havelberg. Der Kräuter- und Klostergarten entstand zur BUGA 2015 und wird seither gepflegt und für Besucher offengehalten. Wege, Beete und Bänke, dazu ein weiter Blick über Stadt und Havel.

Klostergarten heute

In Anlehnung an die klösterliche Tradition legte die Gemeinde während der BUGA einen Kräutergarten an. Du findest hier Gewürz- und Heilkräuter wie Salbei, Thymian, Ringelblume, verschiedene Minzen, Lavendel, Malven, Eibisch und Eberraute. Seit 2016 wird der Garten im Rahmen des Projekts „Christliche Spiritualität“ betreut und zugänglich gehalten.

Die vorhandenen Kräuter wurden um Bibelpflanzen ergänzt: Wein, Feige und Olive. Dazu kommen Symbolpflanzen wie Akelei, Pfingstrosen und Lilien, Apotheker-, Wild- und Duftrosen, Johannis- und Stachelbeere sowie Teepflanzen. Der Garten wird konsequent biologisch gepflegt. Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und Libellen, aber auch Kröten und Vögel finden hier Nahrung.

Gelegentlich finden Führungen, Veranstaltungen und Seminare zur Klostermedizin und zur Nutzung von Heilkräutern statt. Ein Schild am Rand weist auf lokalen Blütenhonig vom Nussberg hin (Selbstbedienung).

Beete und Wege im Dechaneigarten
Beete mit Blick zur Stadt
Wege und Kräuterbeete im Dechaneigarten
Wege und Kräuterbeete
Schild: Rosen aus Warwick, Partnerstadt 2015
Rosen aus der Partnerstadt Warwick
Blick vom Domberg über Havel und Stadt
Blick über Havel und Stadt

Lage und Zugang

Der Garten liegt am Domberg, hinter dem Dom und den Stiftsgebäuden. Der Zugang ist ausgeschildert als Dekanatsgarten der evangelischen Kirchengemeinde Havelberg. Hunde sind nicht erlaubt. Von den Wegen und Bänken aus siehst du Dächer, Türme und die Flusslandschaft. In der Nähe liegen die St. Annen- und Gertraudenkapelle und der Burggrafenstein.

Entlang der Ziegelmauern informieren Tafeln über die Geschichte der Klostergärten, über Walahfrid Strabo und den „Hortulus“, über Pflanzen- und Mariensymbolik sowie über den Garten in seiner heutigen Form. Im Hofbereich am Dom findest du außerdem Reliefs und Plastiken an den Backsteinarkaden.

Infotafeln an der Mauer des Dechaneigartens
Infotafeln an der Gartenmauer

Kurzer Blick in die Geschichte der Klostergärten

Schon im 3. und 4. Jahrhundert legten christliche Mönche in Nordafrika und Kleinasien Gärten zur Selbstversorgung und als Orte der Spiritualität an. Seit dem 7. Jahrhundert brachten Benediktiner Heilkräuter, Obst und Gemüse sowie gärtnerisches Wissen aus dem Süden nach Mitteleuropa. Gestalt und Struktur prägten später unter anderem die Krongüterverordnung „Capitulare de villis“ Karls des Großen, das Lehrgedicht „Hortulus“ des Abtes Walahfrid Strabo und der Klosterplan von St. Gallen.

Im Mittelalter dienten Klostergärten vor allem der Nutzung: Kräuter, Bäume, Gemüse, Hopfen, Getreide, Öl- und Faserpflanzen. Benediktiner und Zisterzienser gelten bis heute als Wegbereiter des europäischen Gartenbaus. Der Dechaneigarten am Dom knüpft an diese Tradition an, ohne eine historische Rekonstruktion zu sein: Er ist ein lebendiger Ort zum Schauen, Riechen und Verweilen.

Ziegelbogen als Durchgang zum Garten
Durchgang zum Garten
Hof am Dom mit Reliefs an der Backsteinmauer
Hof am Dom mit Reliefs
Bronzerelief an der Mauer am Dom
Detail der Reliefs
Schild Honig vom Nussberg, Selbstbedienung
Lokaler Honig (Selbstbedienung)

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Lage auf der Karte

Rot markiert: Dechaneigarten. Blaue Marker zeigen weitere Sehenswürdigkeiten. Kartenmaterial: OpenStreetMap.