Burggrafenstein
Am Krugtorhohlweg, westlich des Doms und nicht weit von der St. Annen- und Gertraudenkapelle, steht der Burggrafenstein. Das Denkmal erinnert an den Einzug des Burggrafen Friedrich VI. von Nürnberg aus dem Hause Hohenzollern in die Mark Brandenburg im Jahr 1412.
Worum es geht
Am 17. Dezember 1412 zog Burggraf Friedrich VI. von Nürnberg in Havelberg ein. König Sigismund hatte ihn 1411 mit der Mark Brandenburg belehnt; der Einzug markierte den Beginn der Hohenzollern-Herrschaft in der Mark. Havelberg war eine der Stationen, an denen er die Huldigung entgegennahm. Die Stadt hatte sich zuvor bereits loyal gezeigt und wurde deshalb von Zwangsmaßnahmen verschont, mit denen der Burggraf gegen widerstrebende Adelsgeschlechter vorging.
Aus dem Burggrafen wurde später Kurfürst Friedrich I. von Brandenburg. Die Hohenzollern stiegen zu Kurfürsten, preußischen Königen und 1871 zu deutschen Kaisern auf. 1912, zum 500. Jahrestag des Einzugs, ließ Havelberg das Denkmal errichten. Damals ahnte niemand, dass die Monarchie nur sechs Jahre später enden würde.
Das Denkmal
Kernstück ist ein großer Findlingsblock aus dem Hause Hohenzollern, der auf einem gewölbten Sockel aus Feldsteinen sitzt. Der Stein wurde im September 1912 bei Erdarbeiten gefunden, mit zehn Pferden über den Nußberg-Hohlweg herangeschafft und am 17. Dezember 1912 feierlich enthüllt. Bei der Enthüllung war Prinz Eitel Friedrich von Preußen, der zweite Sohn des Kaisers, anwesend.
Das Bronzerelief auf der Vorderseite schuf der Berliner Bildhauer H. Engelhardt. Es zeigt idealisiert den Burggrafen im Profil mit Helm, flankiert von einem Ritter und einem Bürger. Darüber steht die Inschrift zur Erinnerung an den Einzug am 17. Dezember 1412. Das Denkmal ist im örtlichen Denkmalverzeichnis als Baudenkmal eingetragen.
Lage und Umgebung
Der Burggrafenstein liegt am Krugtorhohlweg im Norden der Stadt, westlich des Doms. Die Grünanlage wurde 1913 angelegt und 2014 denkmalgerecht saniert. Von hier aus hat man einen weiten Blick über Dächer und Türme Havelbergs. Eine Treppe führt den Hang hinauf; Infotafeln erklären die Geschichte.
Der Spaziergang vom Dom oder von der Kapelle zum Burggrafenstein ist kurz und lohnt sich, wenn du die Stadt von oben sehen und ein Stück brandenburgisch-preußischer Geschichte vor Ort nachvollziehen willst.
Lage auf der Karte
Rot markiert: Burggrafenstein. Blaue Marker zeigen weitere Sehenswürdigkeiten. Kartenmaterial: OpenStreetMap.