Stadtinsel Havelberg

Luftaufnahme der Stadtinsel Havelberg mit Havel, Stadtgraben, Campinginsel und Dom

Mitten in Havelberg liegt eine ganze Altstadt auf einer Insel. Zwischen Havel und Stadtgraben findest du Rathaus, Stadtkirche, kleine Geschäfte, historische Bürgerhäuser und Straßen, die seit Jahrhunderten das Zentrum der Stadt bilden. Vier Brücken verbinden die Stadtinsel heute mit den umliegenden Stadtteilen.

Die Insel ist klein genug, um sie bequem zu Fuß zu entdecken. Trotzdem lohnt es sich, Zeit mitzubringen. Zwischen Markt, Havelufer und alten Geschäftsstraßen steckt erstaunlich viel Havelberger Geschichte.

Was möchtest du entdecken?

Orientierung auf der Stadtinsel

Straßen, Brücken, Geschäfte und praktische Punkte nach Straßenadresse. Über die Ebenen rechts oben blendest du Gruppen ein oder aus. Standard: Geschäfte und Praktisches. Ein Klick auf den Marker öffnet die passende Seite.

Kartenmaterial: OpenStreetMap. Positionen nach Straßenadresse (Nominatim/OSM).

Die Stadtinsel auf einen Blick

Die Stadtinsel ist der historische Kern Havelbergs. Die bürgerliche Stadt entwickelte sich hier getrennt vom hoch gelegenen Dombezirk und den umliegenden Berggemeinden. Markt, Rathaus, Stadtkirche, Bürgerhäuser, Handwerk und Handel konzentrierten sich auf der Insel.

Noch heute ist diese Struktur deutlich erkennbar. Die Stadtinsel ist zugleich Altstadt, Wohnviertel, Einkaufsbereich und Ausgangspunkt für Spaziergänge am Wasser.

Die Berggemeinden wurden erst 1876 nach Havelberg eingemeindet. Der Dombezirk besaß über lange Zeit einen eigenen Charakter. Wer heute von der Stadtinsel über die Dombrücke oder über Steintorbrücke und Prälatenweg zum Dom geht, bewegt sich deshalb auf wenigen hundert Metern durch unterschiedliche historische Teile Havelbergs.

Luftaufnahme Stadtinsel Havelberg mit Dom und roten Dächern
Stadtinsel mit Dom aus der Vogelflugperspektive im Sommer 2023

Aus der Luft

Das solltest du auf der Stadtinsel entdecken

Der Markt mit dem Rathaus

Im Mittelpunkt der Stadtinsel liegt der Markt. Das Rathaus steht zentral auf dem Platz und trägt die Adresse Markt 1.

Ein Rathaus wird in Havelberg bereits nach 1310 erwähnt. Im Jahr 1420 besaß das damalige Rathaus eine Gerichtslaube. Während der Zerstörungen von 1627 ging das Gebäude verloren, die mittelalterlichen Gewölbe des Ratskellers blieben jedoch erhalten. Nach einem Neubau von 1678 entstand das heutige Rathaus 1854. In den Jahren 1995 und 1996 wurde es umfassend saniert.

Das Rathaus ist bis heute Sitz der Stadtverwaltung. Für Besucher ist es vor allem ein wichtiger Orientierungspunkt auf der Stadtinsel und Mittelpunkt des historischen Marktplatzes.

Markt entdecken →

Luftbild Markt und Rathaus Havelberg 2024
Markt mit Rathaus, Luftbild 2024

Einkaufen und entdecken auf der Stadtinsel

Die Stadtinsel ist kein Einkaufszentrum und genau das macht ihren Reiz aus. Zwischen historischen Häusern liegen kleine Fachgeschäfte, Handwerk, ein Buchladen, Dienstleistungen und einige ganz praktische Adressen für Gäste.

Alle Geschäfte auf der Stadtinsel ansehen

Frühstück, Snacks und Dinge für den Alltag

Frühstück am Markt

Ihr Landbäcker, Markt 14 bis 15. Brot, Brötchen und Frühstück direkt am Platz.

Getränke und Snacks rund um die Uhr

Walk Inn 24, Uferstraße 5.

Drogerie und Reisebedarf

Rossmann, Uferstraße 12.

Zur Gastronomieübersicht →

Freitags ist Markttag

Jeden Freitag findet auf dem Markt neben dem Rathaus der Havelberger Wochenmarkt statt.

Reguläre Zeit: Freitag von 8 bis 13 Uhr.

Hier gibt es je nach Händler und Jahreszeit unter anderem Lebensmittel, Backwaren, Blumen, Gemüse und weitere Marktangebote.

Eine Besonderheit gibt es während des Havelberger Pferdemarktes. Am Freitag des Pferdemarktwochenendes geht der Wochenmarkt im großen Marktgeschehen auf.

Mehr zum Wochenmarkt →

Die Stadtinsel zu Fuß entdecken

Für die Stadtinsel brauchst du kein Auto. Viele interessante Orte liegen nur wenige Schritte voneinander entfernt.

Kleine Runde

Steintorbrücke, Steinstraße, Markt mit Rathaus, Kirchplatz und St. Laurentius, Lange Straße, Domstraße, Dombrücke, Havelvorland.

Große Inselrunde

Zusätzlich Uferstraße, Havelstegbrücke, Salzmarkt und weitere Uferbereiche einbeziehen.

Die Stadtinsel Straße für Straße entdecken

Keine Straße der Stadtinsel ist weit entfernt und trotzdem hat fast jede ihren eigenen Charakter. Von historischen Geschäftsstraßen bis zu kleinen Gassen und Uferwegen kannst du die Altstadt hier Straße für Straße entdecken. Straßen außerhalb der Insel sammelt die Seite Straßen in Havelberg.

Vier Brücken führen auf die Stadtinsel

Die Stadtinsel erzählt Havelberger Geschichte

Wer heute über eine der vier Brücken auf die Stadtinsel kommt, sieht zunächst eine kleine historische Altstadt mit Markt, Rathaus, Kirche und Bürgerhäusern. Doch hinter diesem Bild steckt eine Besonderheit, die man Havelberg auf den ersten Blick kaum ansieht.

Über viele Jahrhunderte bestanden hier unterschiedliche Welten nebeneinander.

Oben auf dem Höhenzug lagen Bischofssitz, Dom und Stift. Unten am Wasser entwickelte sich die bürgerliche Stadt. Auf der heutigen Stadtinsel wurde gehandelt, gearbeitet, gewohnt und kommunale Politik gemacht.

Gerade diese Trennung zwischen Domberg und Bürgerstadt gehört zu den spannendsten Besonderheiten Havelbergs.

Stadt und Dom waren lange unterschiedliche Welten

Die frühe schriftliche Geschichte Havelbergs ist zunächst vor allem mit dem Bistum und dem Domberg verbunden.

Im Jahr 948 wird das Bistum Havelberg in den Quellen genannt. Der Versuch, die deutsche Herrschaft östlich der Elbe dauerhaft zu etablieren, scheiterte jedoch zunächst. Beim Slawenaufstand von 983 wurde der Bischofssitz zerstört und die deutsche Herrschaft zurückgedrängt.

Erst im 12. Jahrhundert änderten sich die politischen Verhältnisse dauerhaft.

In dieser Zeit entstanden der steinerne Dom und das Prämonstratenserstift. Der romanische Dom wurde 1170 geweiht.

Die bürgerliche Stadt entwickelte sich dagegen unten am Wasser.

Hier auf der Insel konzentrierten sich Markt, Rathaus, Stadtkirche, Handel, Handwerk und Bürgerhäuser.

Diese räumliche Trennung blieb über Jahrhunderte prägend.

Historischer Kupferstich Statt Havelberck mit Domberg und Stadtinsel
Historische Ansichten zeigen die besondere Lage deutlich. Hoch über der Havel steht der Dom, während sich die Bürgerstadt auf der Insel am Wasser ausbreitet.

Mehr über die frühen Jahrhunderte Havelbergs findest du auch auf der Seite zum Dom.

Eine Stadt auf engem Raum

Die Lage auf der Insel bestimmte das Stadtbild.

Die Bebauung war dicht. Straßen, Grundstücke, Höfe und Wirtschaftsgebäude mussten auf begrenztem Raum Platz finden.

Historische Stadtpläne zeigen, wie klar die Stadtinsel vom Wasser eingefasst war.

Der Markt bildete das politische und wirtschaftliche Zentrum. Von hier führten Straßen zu den Brücken, zum Havelufer und zu den verschiedenen Teilen der Stadt.

Auch heute ist diese Struktur noch gut erkennbar.

[Platzhalter: historischer Stadtplan der Stadtinsel aus Havelberg in alten Stadtansichten]

Rathaus, Markt und Bürgerstadt

Ein Rathaus wird in Havelberg nach 1310 in den historischen Quellen erwähnt.

Im Jahr 1420 besaß das Gebäude eine Gerichtslaube.

Damit war der Markt schon im Mittelalter nicht nur Handelsplatz, sondern auch das politische Zentrum der Bürgerstadt.

Das Rathaus, das Besucher heute sehen, ist allerdings nicht das mittelalterliche Gebäude.

Während der schweren Zerstörungen des Jahres 1627 wurde auch das Rathaus vernichtet. Erhalten blieben die mittelalterlichen Gewölbe des Ratskellers.

1678 wurde das Rathaus neu aufgebaut.

Das heutige Gebäude stammt aus dem Jahr 1854.

Im Jahr 1936 wurde bei einem Umbau die damalige Rats Apotheke in den Rathauskomplex einbezogen.

1995 und 1996 erfolgte eine umfassende Sanierung.

Das Rathaus steht bis heute an derselben zentralen Stelle auf dem Markt.

[Platzhalter: Rathaus mit Markt aus Fußgängerperspektive]

Die Stadtkirche der Bürger

Nur wenige Schritte vom Rathaus entfernt steht St. Laurentius.

Die Stadtkirche entstand um 1300 als dreischiffiger Backsteinbau und wird 1340 erstmals schriftlich erwähnt.

Sie war die Kirche der Bürgerstadt und damit ein wichtiges Gegenstück zum Dom auf dem Berg.

Der Baugrund auf der Stadtinsel bereitete immer wieder Probleme. Dazu kamen Brände, Blitzschläge und Kriege.

Die Stadtkirche überstand nach Angaben der Hansestadt den großen Brand von 1627 als eines der wenigen Gebäude der Stadtinsel vergleichsweise unbeschadet.

Ihre heutige Gestalt erhielt sie wesentlich bei der Restaurierung von 1854.

Die weithin sichtbare Turmspitze stammt aus dem Jahr 1660.

Der Kirchplatz und der Bereich Am kleinen Kirchhof dienten bis zum Ende des 18. Jahrhunderts als Begräbnisplätze.

[Platzhalter: Stadtkirche vom Kirchplatz]

Handel und Handwerk bestimmten den Alltag

Über Jahrhunderte war die Stadtinsel nicht nur Wohnort.

Sie war Arbeitsplatz, Markt und Einkaufszentrum.

Die Hansestadt beschreibt die wirtschaftlichen Grundlagen Havelbergs mit Handwerk, Ackerbau, Viehzucht und Fischerei. Die Lage an Havel und Elbe förderte außerdem Handel und Schiffbau.

Besonders die Lange Straße zeigt die Bedeutung des Handels.

Dort lebten im Mittelalter Fernhändler und Gewandschneider, die zur wohlhabenderen Bevölkerungsschicht gehörten.

Geschäfte und Gasthäuser prägten die Straße über Jahrhunderte.

Doch nicht nur dort wurde gearbeitet.

Auf der Insel lagen Bäckereien, Schmieden, Schuhmacher, Kaufmannsläden, Gaststätten, Werkstätten und Apotheken.

Vieles davon ist heute verschwunden. In historischen Fotos und Familiengeschichten lebt dieses Geschäftsleben jedoch weiter.

Wolfgang Masur hat zahlreiche dieser Geschichten in seinen Bänden „Historisches Havelberger Allerlei“ zusammengetragen.

Seine Bücher verbinden alte Fotos mit Erinnerungen von Havelberger Familien und machen dadurch sichtbar, wie eng Wohnen, Arbeiten und Handel früher miteinander verbunden waren.

[Platzhalter: eigenes Foto der drei Bände Historisches Havelberger Allerlei]

Wolfgang Masur dokumentierte zahlreiche Havelberger Geschäfts und Familiengeschichten anhand alter Fotografien und Zeitzeugenberichte.

Mehr als zwei Jahrhunderte lang zwei Apotheken

Ein interessantes Beispiel für die Bedeutung der Stadt als Versorgungszentrum liefern die historischen Apotheken.

Die Rats Apotheke befand sich am Markt neben dem Rathaus.

1760 erhielt Apotheker Schweling die Erlaubnis, eine zweite Apotheke zu eröffnen.

Damit existierten in Havelberg mehr als 230 Jahre lang zwei Apotheken nebeneinander.

Neben der Rats Apotheke gab es die Löwen Apotheke in der Kirchstraße.

Diese Geschichte ist in „Historisches Havelberger Allerlei, Band 2“ ausführlich dokumentiert.

Die Rats Apotheke wurde später Teil des Rathauskomplexes.

Ein Geschäft, das geblieben ist

Vieles vom alten Geschäftsleben ist verschwunden.

Eine bemerkenswerte Ausnahme ist die Firma Fritz Kühn.

Wolfgang Masur widmet ihr in „Historisches Havelberger Allerlei, Band 1“ ein eigenes Kapitel.

Der Betrieb wurde am 14. März 1856 gegründet.

Über Generationen entwickelte sich das Geschäft weiter und gehört bis heute zum Straßenbild der Steinstraße.

Gerade hier wird die Geschichte der Stadtinsel besonders greifbar.

Wo früher schon Waren verkauft wurden, befindet sich auch heute noch ein Ladengeschäft.

Damit verbindet sich in der Steinstraße historische Geschäfts und Familiengeschichte unmittelbar mit dem heutigen Alltag.

Mehr über die Firma Fritz Kühn

[Platzhalter: historisches Foto Firma Fritz Kühn]

[Platzhalter: heutige Außenaufnahme Firma Fritz Kühn]

Die Stadtinsel musste immer wieder neu entstehen

Das historische Straßenbild darf nicht den Eindruck vermitteln, dass die Stadtinsel die Jahrhunderte unverändert überstanden hätte.

Das Gegenteil ist der Fall.

Brände, Kriege und Hochwasser veränderten Havelberg immer wieder.

Besonders einschneidend waren die Ereignisse des Dreißigjährigen Krieges.

Im Jahr 1627 wurde die Stadtinsel schwer zerstört.

Dass St. Laurentius diesen großen Brand vergleichsweise unbeschadet überstand, wird von der Hansestadt ausdrücklich hervorgehoben.

Auch das Rathaus wurde zerstört.

Viele mittelalterliche Wohngebäude gingen verloren.

Deshalb stammt ein großer Teil des heutigen historischen Baubestandes aus späteren Jahrhunderten.

Dieser Umstand ist wichtig: Die Stadtinsel ist historisch, aber sie ist kein unverändert erhaltenes mittelalterliches Stadtbild.

Sie erzählt vielmehr von Zerstörung, Wiederaufbau und Veränderung.

Ein seltenes Zeugnis des Mittelalters

Zu den wenigen erhaltenen Beispielen mittelalterlicher Bebauung auf der Stadtinsel gehört die Heiliggeistkapelle des Beguinenhauses.

Nach Angaben der Hansestadt wurde 1390 in der neu errichteten Hospitalkapelle am Sandauer Tor ein Altar gestiftet.

Nach der Reformation entwickelte sich die Einrichtung zum sogenannten Beguinenhaus.

Die Bewohnerinnen waren unter anderem zur Krankenpflege und zur Versorgung Verstorbener verpflichtet.

Damit erinnert das Gebäude an einen Teil des mittelalterlichen Stadtlebens, der heute leicht übersehen wird.

[Platzhalter: Beguinenhaus beziehungsweise Heiliggeistkapelle]

Das älteste datierte Wohnhaus der Stadtinsel

Brände und Kriege haben die mittelalterliche Wohnbebauung weitgehend zerstört.

Umso bemerkenswerter ist das Fachwerkhaus Lange Straße 12.

Es wurde im Jahr 1666 errichtet und gilt nach Angaben der Hansestadt als ältestes datiertes Wohnhaus der Stadtinsel.

Damit gehört es zu den wichtigsten erhaltenen Zeugnissen des Wiederaufbaus nach den Zerstörungen des 17. Jahrhunderts.

Mehr zur Langen Straße.

[Platzhalter: Fassade Lange Straße 12]

Feuer verändert erneut das Stadtbild

Im Februar 1870 brach im östlichen Bereich der Stadtinsel ein gewaltiger Brand aus.

Die örtlichen Kräfte erhielten Unterstützung aus Berlin.

Unter Führung des Berliner Branddirektors Scabell kamen 159 Angehörige der Berliner Berufsfeuerwehr zum Einsatz.

Die Hilfe blieb in Havelberg in Erinnerung.

Die heutige Scabellstraße trägt den Namen des Branddirektors.

Besonders spannend ist, dass sich die Folgen des Brandes noch heute teilweise an der Bebauung erkennen lassen.

Auf einer Straßenseite stehen ältere giebelständige Fachwerkhäuser.

Gegenüber finden sich jüngere klassizistisch geprägte Fassaden.

Geschichte lässt sich hier also nicht nur nachlesen.

Man kann sie im Straßenbild erkennen.

[Platzhalter: Scabellstraße so fotografieren, dass beide unterschiedlichen Straßenseiten sichtbar sind]

Städter, Dömer und Berger

Bis weit ins 19. Jahrhundert bestand Havelberg aus Bereichen mit unterschiedlichen historischen und rechtlichen Traditionen.

Neben den Bewohnern der eigentlichen Stadt sprach man von den Bewohnern des Dombezirkes und von den sogenannten Bergern.

Zu den Berggemeinden gehörten unter anderem Wendenberg, Neuberg, Köperberg, Bischofsberg, Sperlingsberg und Schönberg.

Sie waren lange eigenständig.

Erst 1876 wurden Stadtinsel, Dombezirk und Berggemeinden zur Kommune Havelberg zusammengeschlossen.

Dieser Schritt erklärt einen Teil der ungewöhnlichen Stadtstruktur bis heute.

Wer von der Stadtinsel zum Dom geht, wechselt innerhalb weniger Minuten zwischen historischen Bereichen, die über Jahrhunderte nicht einfach ein und dieselbe Stadtstruktur bildeten.

[Platzhalter: Blick von der Stadtinsel über Dombrücke oder Havel zum Domberg]

Auch der Zweite Weltkrieg hinterließ Spuren

Am Ende des Zweiten Weltkrieges litt Havelberg unter amerikanischem Beschuss und unter Brückensprengungen durch die Wehrmacht.

Auch auf der Stadtinsel entstanden Schäden.

Die Hansestadt dokumentiert für die Lange Straße, dass am 2. Mai 1945 das Hotel Kronprinz und das Café Giese durch Brandstiftung zerstört wurden.

Wolfgang Masur beschreibt in „Historisches Havelberger Allerlei, Band 2“ außerdem die Geschichte der Bäckerei Block.

Das Gebäude wurde durch Artillerietreffer beschädigt.

Ein Treffer ging in den Backofen.

Die Sprengung der Steintorbrücke verursachte weitere Schäden am Haus.

Nach umfangreichen Reparaturen konnte im Sommer 1945 wieder gebacken werden.

Dieser konkrete Einzelfall macht die Situation anschaulich. Er erlaubt jedoch keine pauschalen Aussagen über sämtliche Häuser der Insel.

[Platzhalter: historische Aufnahme Lange Straße beziehungsweise Bäckerei Block]

Geschäfte verändern sich

Nach 1945 veränderte sich auch das Geschäftsleben der Stadtinsel.

Private Betriebe verschwanden, wurden verstaatlicht oder gingen in staatlichen beziehungsweise genossenschaftlichen Handelsstrukturen auf.

Wolfgang Masurs historische Geschäftsberichte dokumentieren diese Entwicklung an mehreren Beispielen.

Bei der Bäckerei Block endete die private Geschichte des Betriebes 1954. Danach wurde die Bäckerei von der Handelsorganisation übernommen und bis 1966 weitergeführt.

Auch die Rats Apotheke wurde 1949 verstaatlicht.

Lange Straße und Steinstraße Havelberg, historische Aufnahme um 1965
Lange Straße 7 bis 1 (damals Ernst-Thälmann-Straße) und Steinstraße 10, circa 1965

Sanieren, erhalten und neu nutzen

Nach der deutschen Wiedervereinigung begann eine neue Phase für die historische Innenstadt.

Gebäude, Straßen und öffentliche Räume wurden saniert.

Die Stadtinsel ist heute Denkmalbereich und historischer Stadtkern.

Dabei besteht die Herausforderung nicht nur darin, alte Fassaden zu erhalten.

Eine Altstadt funktioniert dauerhaft nur, wenn sie genutzt wird.

Heute befinden sich auf der Stadtinsel Wohnungen, Geschäfte, Dienstleistungen, Gastronomie, Verwaltung und Ferienunterkünfte.

Manche historische Ladenlokale werden noch immer als Geschäfte genutzt.

Andere Gebäude haben neue Aufgaben bekommen.

Diese Mischung aus Erhalten und Weiterentwickeln prägt die Stadtinsel bis heute.

[Platzhalter: sanierte historische Häuser auf der Stadtinsel]

Kein Freilichtmuseum

Vielleicht liegt gerade darin der besondere Reiz der Havelberger Stadtinsel.

Sie besteht nicht nur aus historischen Fassaden und Erinnerungen.

Morgens öffnen Geschäfte und der Bäcker. Freitags stehen Händler auf dem Markt. Menschen wohnen in Häusern, deren Geschichte mehrere Jahrhunderte zurückreicht. Besucher gehen durch dieselben Straßen, in denen früher Kaufleute, Handwerker, Bäcker und Gastwirte arbeiteten.

Die Stadtinsel verändert sich weiter.

Und genau deshalb ist sie kein Freilichtmuseum.

Sie ist die alte Bürgerstadt Havelbergs und bis heute ein Ort, an dem gewohnt, gearbeitet, eingekauft und gelebt wird.

So sah die Stadtinsel früher aus

Gestern und heute

Viele Stellen der Stadtinsel lassen sich auf alten Fotos und Ansichtskarten wiedererkennen. Besonders spannend wird es, wenn historische Aufnahme und heutiger Blick direkt miteinander verglichen werden.

Geplante Motive für spätere Gegenüberstellungen: Sandauer Brücke, Lange Straße, Steinstraße, Markt, Dombrücke und Domtreppe, Uferstraße, Stadtkirche, Scabellstraße.

Eine Altstadt, in der noch gelebt wird

Die Stadtinsel ist nicht nur eine Ansammlung historischer Fassaden. Hinter den Häusern befinden sich Wohnungen, Geschäfte, Büros, Dienstleistungen, Gastronomie und Ferienunterkünfte.

Morgens holen Bewohner und Gäste Brötchen am Markt. Freitags stehen dort die Händler des Wochenmarktes. In der Steinstraße wird noch immer bei Fritz Kühn eingekauft und in der Langen Straße lassen sich Bücher, Kunst und ungewöhnliche Fundstücke entdecken.

Gerade diese Mischung macht die Stadtinsel besonders. Geschichte ist hier nicht nur sichtbar. Sie gehört zum Alltag.

Eine Altstadt mitten im Wasser

Die Stadtinsel wird vollständig von Wasser umgeben. Dadurch liegen historische Straßen, Uferwege, Brücken und Schiffsverkehr ungewöhnlich dicht beieinander.

Besonders am Havelvorland öffnet sich der Blick auf Wasser und Domberg. Von der Havelstegbrücke gelangst du zu Fuß oder mit dem Fahrrad weiter Richtung Campinginsel.

Auch der Yachthafen und das Restaurantschiff Hoffnung gehören zum Wasserbild der Insel.

Weite Luftaufnahme Stadtinsel Havelberg mit Wasser

Praktisch für deinen Aufenthalt

Tourist Information

Uferstraße 1. Informationen zu Havelberg und Umgebung. Am Gebäude: Trinkbrunnen in der warmen Jahreszeit, Fahrradwerkzeug und Luftpumpe im Außenbereich, Handyladeboxen und E-Bike-Ladestation (vier Ladefächer).

E-Bike laden

An der Tourist Information, Uferstraße 1: vier Ladefächer, je zwei 230-Volt-Steckdosen und USB. Zugang an die Öffnungszeiten der Tourist Information gekoppelt. Siehe auch Unterkünfte für Radfahrer.

Handy laden

Handyladeboxen bei der Tourist Information (Uferstraße 1) und am Rathaus (Markt 1).

Elektroauto laden

Öffentliche Lademöglichkeiten gegenüber von Markt 7 (kurz vor dem Rathaus) sowie gegenüber von Uferstraße 15 am kostenlosen Parkplatz.

Geldautomaten

Volksbank im Eckhaus Kirchstraße / Kirchplatz. Sparkasse, Lange Straße 20 (südliches Ende der Langen Straße).

Post

Deutsche Post Filiale 592 im Büromarkt Marschner, Hinter der Kirche 5. Praktisch für Ansichtskarten und Briefmarken.

Drogerie

Rossmann, Uferstraße 12.

Apotheke

Markt-Apotheke, Markt 19.

Parken auf der Stadtinsel

Das Parken auf der Stadtinsel ist grundsätzlich gebührenfrei. Auf einigen Straßen und Plätzen ist die Parkdauer allerdings zeitlich begrenzt. Dort muss eine Parkscheibe ausgelegt werden. Die Beschilderung vor Ort ist deshalb immer maßgeblich.

Parken auf der Stadtinsel

Mit Bus und Bahn

Die zentrale Bushaltestelle der Stadtinsel liegt in der Uferstraße. Die PlusBus Linie 900 verbindet Havelberg in nördlicher Richtung mit dem Regionalbahnhof Glöwen und in südlicher Richtung über Klietz und Schönhausen mit Stendal.

Glöwen bietet Regionalbahnanschluss unter anderem Richtung Berlin und Wittenberge. Stendal ist an den Fernverkehr und ICE angebunden. Aktuelle Fahrpläne bitte der jeweiligen Auskunft entnehmen.

Öffentliche Toiletten

Auf der Stadtinsel: Uferstraße auf Höhe der Havelstegbrücke.

In der Nähe (nicht auf der Stadtinsel): Bahnhofstraße beim kostenlosen Parkplatz zwischen Bahnhofstraße 40 und 41; Prignitz-Museum, Domplatz 3.

Kostenlos Trinkwasser auffüllen

Direkt an der Tourist Information in der Uferstraße 1 steht der erste öffentliche Trinkbrunnen Havelbergs. Er wurde 2024 eingeweiht und ermöglicht in der warmen Jahreszeit den kostenlosen Zugang zu Trinkwasser.

Barrierearm über die Stadtinsel

Die Stadtinsel lässt sich weitgehend barrierearm erkunden. Die Wege zwischen Markt, Uferstraße, Geschäften, Stadtkirche und den meisten Straßen weisen nur geringe Höhenunterschiede auf.

Eine deutliche Steigung gibt es auf dem Weg zum Domberg. Wer Treppen vermeiden möchte, sollte nicht die Domtreppe nehmen. Die barriereärmere Verbindung führt von der Stadtinsel über die Steintorbrücke und anschließend über den Prälatenweg hinauf in Richtung Dom.

Häufige Fragen zur Stadtinsel

Ist die Havelberger Altstadt wirklich eine Insel?

Ja. Die historische Stadtinsel ist vollständig von Wasser umgeben und über vier Brücken erreichbar. Mehr unter Stadtinsel.

Kann ich die Stadtinsel zu Fuß erkunden?

Ja. Die Entfernungen sind kurz. Orientier dich an Straßen und Plätzen oder starte am Markt.

Kann ich auf der Stadtinsel kostenlos parken?

Grundsätzlich ja. Teilweise gilt eine zeitliche Begrenzung mit Parkscheibe. Details auf der Seite Parken und im Abschnitt Praktisches.

Wo ist der Wochenmarkt?

Auf dem Platz Markt direkt neben dem Rathaus. Siehe auch Wochenmarkt.

Wann ist Wochenmarkt?

Freitags von 8 bis 13 Uhr. Am Freitag des Pferdemarktes geht er im großen Marktgeschehen auf. Mehr unter Freitags ist Markttag.

Wo kann ich Geld abheben?

Bei der Volksbank am Kirchplatz 7 bis 9 und bei der Sparkasse in der Langen Straße 20. Siehe Praktisches.

Gibt es eine Postfiliale auf der Stadtinsel?

Ja. Die Deutsche Post Filiale 592 befindet sich bei Marschner, Hinter der Kirche 5. Rückweg über Hinter der Kirche.

Wo kann ich mein E-Bike laden?

An der Tourist Information, Uferstraße 1. Hinweise auch unter Unterkünfte für Radfahrer und Praktisches.

Gibt es öffentliche Toiletten?

Ja. Auf der Stadtinsel in der Uferstraße auf Höhe der Havelstegbrücke.

Wie komme ich barrierearm zum Dom?

Statt der Domtreppe über Steintorbrücke und Prälatenweg. Siehe Abschnitt Barrierearm.

Quellen und weiterführende Literatur

Zusätzlich: Hansestadt Havelberg (Historischer Rundgang, Stadtgeschichte, Havelberger Stadtkunde, Sakralbauten), Integriertes Städtebauliches Entwicklungskonzept Hansestadt Havelberg 2035.

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