Campinginsel Havelberg

Luftaufnahme der Campinginsel Havelberg auf der Spülinsel an der Havel
Campinginsel auf der Spülinsel, gegenüber der Stadtinsel.

Der einzige Campingplatz der Hansestadt liegt auf der Spülinsel, umgeben von der Havel und gegenüber der Stadtinsel. Zelt, Wohnwagen oder Wohnmobil, kurze Wege zum Dom und zum Hafen, dazu Minigolf, Bootsverleih und das Café Lieblingsplatz. Viele nennen ihn einen Hidden Champion: menschlich, grün und mit einer Geschichte, die bis in die Nachkriegszeit zurückreicht.

Anrufen: 01520 2881331

Lage

Spülinsel 6, 39539 Havelberg. Die Insel ist über die moderne Brücke vom ehemaligen Bahnhofsbereich erreichbar und liegt dem Yachthafen und der Bahnhofstraße gegenüber. Mit dem Auto gut anfahrbar; Fahrrad-Touristen schätzen die zentrale Lage. Von den Stellplätzen und der Zeltwiese blickst du auf Wasser, Dom und Altstadt. Der kürzeste Weg zur Stadtinsel führt über die Havelstegbrücke, die nur für Fußgänger und Radfahrer freigegeben ist.

Ausstattung

Für wen geeignet?

Galerie

Luftbild Campinginsel und Hafen Havelberg
Luftbild: Campinginsel und Hafen
Detailaufnahme der Campinginsel von oben
Stellplätze und Zeltwiese von oben
Empfangsbereich der Campinginsel
Empfangsbereich
Zelte auf der Campinginsel
Zeltwiese
Blick von der Campinginsel zur Stadtinsel
Blick zur Stadtinsel
Tiere auf der Campinginsel
Tiere auf der Insel

Kleine Story

Wie die Spülinsel entstand

Beim Bau der Havelberger Schleuse (1933 bis 1936) und des Schleusenkanals zur Elbe wurde Sand ausgebaggert und auf eine Wiesenfläche aufgespült. So entstand die Spülinsel gegenüber der Stadtinsel.

Nachkriegszeit und Familie Pohland

1945 fanden die Flüchtlings-Schifferfamilien Pohland und Nitschke auf der Spülinsel Zuflucht. Mit Genehmigung des Wasserstraßen-Amtes und der russischen Kommandantur errichteten sie Behelfsheime aus dem, was die Not hergab: Bretter vom Schleppkahn, angespültes Holz, selbst gemachte Nägel. Otto Pohland musste 1945 mit dem Schleppkahn für die Besatzungsmacht fahren; das Schiff wurde später als Reparationsleistung enteignet. Gertrud Pohland lebte mit den Kindern zeitweise allein auf der Insel und brauchte für den Handkahn eine sowjetische Genehmigung, weil die Stadt nur über Wasser erreichbar war.

Anfang der 1950er Jahre hielten die Pohlands Ziegen, Schafe, Gänse, Hühner und Kaninchen. Die Tiere wurden zum „Streichelzoo“ für Camper- und Stadtkinder. 1954 schlug die erste Zeltfamilie aus Eilenburg ihr Lager auf; Gertrud Pohland half mit Strohsäcken und Planen. Ab 1960 war die Spülinsel im Campingwegweiser als öffentlicher Zeltplatz eingetragen. In starken Saisons zählten die Camper über 1.000 Personen. Der Rat der Stadt Havelberg war Träger des Platzes.

Gertrud Pohland wohnte Sommer wie Winter von 1945 bis 2005 im kleinen Inselhäuschen. Sie betreute 25 Jahre lang den städtischen Bootsverleih und den Campingplatz, verkaufte Angelkarten und war weit über die Dienstzeit hinaus für die Gäste da. 1979 endete ihr Arbeitsverhältnis altersbedingt; bis zur Übernahme durch die Familie Heldt wechselten die Leitung dreimal. Am 1. Februar 2005 schlief sie in ihrem Häuschen ein, acht Wochen vor dem 93. Geburtstag. Das Haus wurde im April 2005 abgerissen. Drei Anker mit Kette erinnern an der alten Stelle an sie und an das Holzäuschen.

Infotafel zur Familie Pohland auf der Spülinsel
Infotafel: Anfänge der Familie Pohland
Infotafel zur Geschichte der Campinginsel
Infotafel: erste Zeltfamilien und Entwicklung

Brücken, Hochwasser und Neuanfang

Die Verbindung zum Bahnhofsgelände führte über mehrere Brückengenerationen: zuerst eine Holzbrücke, später eine massive Bogenbrücke in DDR-Zeit, seit 1998 die heutige Fuß- und Radbrücke. Bei den Hochwassern 2002 und 2013 blieb der Platz auf „trockenen Füßen“. Gut ein Meter fehlte bis zur Inseloberfläche. Die Camper, die wollten, konnten bleiben. Nach dem Abriss der alten Gebäude ist der Blick von den Sitzflächen frei zum Dom; umgekehrt sieht man den Eingangsbereich von der Stadtinsel aus.

Heute: Klassifizierung und Atmosphäre

Der Campingplatz steht in der Klassifizierung des Deutschen Tourismusverbands weit vorn (5 Sterne in der Darstellung vor Ort). 2011 und 2012 wurden die Sanitäranlagen saniert. Es finden regelmäßige Veranstaltungen statt, unter anderem Osterfeier, Tanz in den Mai, Grillabende zu Pfingsten und die Teilnahme am Insel- und Hafenfest. Die Infotafeln zur Heimatgeschichte haben Gerald und Käthe Totzke geb. Pohland dokumentiert und pflegen den Schaukasten seit 2005.

Für Gäste, die den Pferdemarkt oder den Bootskorso besuchen, ist der Platz eine praktische Alternative, wenn feste Betten in der Stadt ausgebucht sind. Die Nähe zur Stadtinsel, zum Hafen und zu den Restaurants bleibt trotzdem erhalten.

Blick von einem Apartment über die Havel auf die Campinginsel bei Abendlicht
Blick aus einem unserer Apartments auf die Campinginsel

Praktische Hinweise

Lage auf der Karte

Rot markiert: diese Unterkunft. Weitere Marker zeigen andere Unterkünfte in der Nähe. Kartenmaterial: OpenStreetMap.

Anrufen: 01520 2881331

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